Ein Herde junger Lipizzanerhengste :)
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Rezension: Das Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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Von den weißen Pferden aus Wien hat wohl jeder schon einmal gehört, denn die Lipizzaner sind durch die Spanische Hofreitschule weltbekannt geworden. Um zu dieser Berühmtheit zu gelangen mussten die Pferde allerdings einiges überstehen. Auf der Flucht vor den Kriegen durchquerten sie halb Europa und bei ihrer Rückkehr stritten sich verschiedene Machthaber um die Zucht. Während des zweiten Weltkriegs mussten sie als Versuchskaninchen für die Vererbungslehre herhalten. Die Geschichte der Lipizzaner ist also direkt gekoppelt an die des 19./20. Jahrhunderts in Europa.

Innerhalb der Reitkunst, die ihrem Wesen nach widernatürlich ist, strebt Piet maximale Natürlichkeit an.

— “Das Schicksal der weißen Pferde”, S. 58

Der Autor Frank Westermann kam als Kind in den Niederlanden zum ersten Mal in Berührung mit den weißen Pferden. Jahre später macht er sich als Autor auf die Suche nach den Ursprüngen dieser Pferderasse. In „Das Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts.“* berichtet er auf eine autobiografische Art von seiner Reise in die Spanische Hofreitschule in Wien sowie zu den Gestüten in Pieber (AU), Lipica (SLO), Hostau (CZ) und Lepik (HR).

Die Erzählungen seiner Reise werden gestützt durch umfangreiche Literaturrecherche und Zeitzeugenberichte. Wie historisch und wissenschaftlich korrekt diese Quellen sind, kann und will ich nicht beurteilen. Im Buch selbst erscheinen sie jedoch logisch. Auch wenn Westermann zum Teil etwas unsystematisch zwischen verschiedenen Themen wechselt.  

Ergänzt werden die Information durch philosophische und ethische Gedanken über die Beziehung zwischen Pferd und Mensch. Dürfen wir Menschen die Natur durch selektive Zucht zu unserem Vorteil beeinflussen? Immer wieder bezieht er dazu auch das Verhältnis von Menschen untereinander mit ein.

Mir persönlich hat diese kleine Reise unglaublich gut gefallen. Durch die bildliche Sprache hat man als Leser das Gefühl, dabei zu sein. Insbesondere, da ich viele der genannten Orte bereits selbst besucht habe. Daher würde ich Dir das Buch insbesondere dann empfehlen, wenn Du einen Besuch z.B. nach Lipica oder Pieber planst. Aber auch wenn nicht, ist dieses Buch eine ganz besondere Bereicherung Deines Bücherschrankes 😊

Bildquelle: C. H. Beck

Diese Rezension bezieht sich auf folgende Ausgabe:

ISBN 978-3-406-63088-0 | 19,95€ (D) | 2012 | C.H. Beck | Hardcover
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