Pflanzen,  Pflanzenbestimmung

Gelbe Pflanzen auf der Pferdeweide – JKK und Verwechslungen

Gelbe Pflanzen auf der Weide lösen bei vielen Reitern und Pferdebesitzern kleine Panikattacken aus. Denkt man doch schnell an die hochgiftigen Greiskräuter (u.a. JKK).
Damit du in Zukunft gelbe Pflanzen leichter unterscheiden kannst, habe ich eine kleine Liste mit häufigen gelben Wiesenpflanzen zusammengestellt.

Greiskräuter (Senecio)

Zuerst kümmern wir uns um die Pflanzen, die wir gar nicht auf der Weide haben wollen: Die Greiskräuter (Senicio L.). Ganz kurz, weil du dazu bestimmt schon viel weißt: Die Pflanzen enthalten Pyrrolizidinalkaloide (PAs). Die sind eigentlich total sinnvoll für die Pflanze, denn sie dienen als Fraßschutz [1]. Nur leider sind sie deshalb auch giftig für Mensch und Pferd. Folglich möchten wir sie ungern auf der Weide haben.

Lesetipp: Alles über’s JKK und warum es so giftig ist liest Du am Besten bei Karolina von 360°Pferd

Weltweit gibt es allerdings ca. 1250 Arten, viele davon sind auch in Mitteleuropa heimisch [2].
Diese Vielfalt macht es allerdings auch schwer, typische Merkmale festzustellen. Ganz typisch sind aber die wechselseitigen, unregelmäßigen Blätter. Diese können allerdings sowohl gefiedert (wie beim JKK, Frühlings-, Schmalblättrigen oder gemeinen GK) als auch ungeteilt (z.B. FuchGK) sein. Zudem blühen sie alle gelb und mehrere Blütenstände stehen zusammen [3].

Weil das alles so uneindeutige Merkmale sind, habe ich dir zwei Bestimmungsschlüssel verlinkt. Damit kann bei der Bestimmung ob und um welches Greiskraut es sich handelt sicher nichts mehr schiefgehen: 1) Blumen in Schwaben (interaktiver Bestimmungsschlüssel), 2) Offene Natürführer (auch zum Ausdrucken und mit auf die Weide nehmen)

Löwenzahn (Taraxum)

Den Wiesen-Löwenzahn (Taraxum Officinale) kannst du ganz einfach von den Greiskräutern unterscheiden: Es wächst grundsätzlich nur eine Blüte an einem Stiel. Zudem ist der Stängel blattlos und enthält Milchsaft [4].
Für den Herbst-Löwenzahn (Leontondon autumnalis) dagegen gilt das nicht [4].

Pippau (Crepis)

Eigentlich solltest du den Wiesen-Pippau gar nicht auf deiner Weide finden, denn die Pflanze verträgt keine Beweidung und verschwindet dann [4]. Dennoch wird der Wiesen-Pippau meines Empfindens nach mit am Häufigsten mit JKK verwechselt.
Wie auch der Löwenzahn enthält Pippau Milchsaft und die Blüten bestehen ebenfalls aus Zungenblüten. Zudem umfassen die gezähnten Blätter den Stiel etwas [4].

Gänsedistel (Sonchus)

Das deutlichste Merkmal sind die stachelig gezähnten Blätter. Zudem enthalten die Pflanzen Milchsaft. Die Blüten öffenen sich nur bei sonnigem Wetter und knicken dann abends etwas ab (sie “nicken”) [4].

Kompasslattich (Lactuca serriola)

Der Kompasslattich ähnelt den Gänsedisteln, allerdings ist der Hauptnerv der Blätter auf der Unterseite stachelig. Zudem stehen die Blätter an sonnigen Standorten senkrecht und zeigen wie eine Kompassnadel nach Nord und Süd [4].

Problematisch ist allerdings, dass es auch noch den Giftlattich (Lactuca virosa) gibt, der aber regional sehr begrenzt wächst. Seine Blätter sollen wohl nicht so stark senkrecht stehen, sowie die Blätter nicht geteilt.
In meiner Heimat kommt der Giftlattich nicht vor, deshalb habe ich vermutlich noch nie einen gesehen. Ist man sich bei der Bestimmung unsicher und wohnt in einem gefährdeten Gebiet, ist es wohl ratsam, tatsächlich einen Experten zu Rate zu ziehen.

Echtes Labkraut (Galium verum)

→ zu den Labkräutern habe ich bereits einen eigenen Artikel verfasst

Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Lesetipp: Einen umfangreichen Artikel zur Unterscheidung von JKK und Johanniskraut findest Du ebenfalls bei Karolina von 360°Pferd.

Raps, Hahnenfuß, Bocksbart, Echte Goldrute, Habichtskraut, Rainfarn, Ferkelkraut -> kommen als nächstes

Viel Spaß beim Bestimmen deiner eigenen Pflanzen. Wenn du dir bestimmte (gelbe) Pflanzen auf der Pferdeweide wünscht, dann schreibe sie doch bitte in die Kommentare 🙂

Liebe Grüße
Sarah

Quellen

[1] Bundesamt für Risikobewertung (2018): Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln, S. 1.
[2] Brockhaus: Greiskraut abgerufen unter http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/greiskraut (Stand: 17.04.2020)
[3] Deutscher Verband für Landschaftspflege: Kreuzkräuter erkennen abgerufen unter https://www.kreuzkraut.de/kreuzkraut-steckbriefe/kreuzkraeuter-erkennen.html (Stand: 17.04.2020)
[4] Golte-Bechlte, Marianne/Spohn, Margot/Spon, Roland (2015): Was blüht denn da?, 59. Auflage. Stuttgart: Frachkh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.

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