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Interview mit „NALA“-Autorin Gabriela Proksch Bernabé

Vor Kurzem habe ich Dir ein ganz besonderes Buch vorgestellt und empfohlen: „NALA – Der magische Steinkreis“

Ich hatte das Buch vor einigen Wochen in einer Leserunde auf LovelyBooks gelesen und dabei im direkten Kontakt mit der Autorin und den anderen LeserInnen noch viel über die Hintergründe des Buches erfahren.

Da ich die Hintergründe sehr interessant finde und mit Dir teilen möchte, habe ich die Autorin Gabriela Proksch Bernabé um ein Interview gebeten.

Nala der magische steinkreis

SignHorses: Als echtes Pferdemädchen möchte ich natürlich zuerst wissen: Wie lange begleiten Sie Pferde schon in Ihrem Leben und seit wann beschäftigen Sie sich speziell mit Horsemanship? Wie kam es dazu?

Gabriela Proksch Bernabé: Schon als Mädchen zog es mich zu Pferden hin. Ich hatte damals eine Art Reitbeteiligung auf einem tollen Hannoveraner namens Don. Später gab es eine Zeit in meinem Leben, wo ich mir leider kein eigenes Pferd leisten konnte und mit den Methoden in den Reitställen damals hatte ich wenig Freude. Mit Natural-Horsemanship habe ich begonnen, als mein Sohn bereits mit fünf Jahren völlig pferdeverrückt wurde. Mit vierzehn bekam er sein erstes Pferd, einen jungen, noch rohen Araber, den wir gemeinsam mit einer Trainerin ausgebildet haben. Spirit, so heißt das Pferd, ist übrigens auf dem Cover des Buches.

 

SignHorses: Die Protagonistin Nala ist ein Mädchen, welches es nicht leicht in ihrem Leben hat. Auf Grund ihres Aussehens wird sie immer wieder von anderen gemobbt. Sind es meist Mädchen/Jugendliche wie Nala, die zu ihnen in die Reittherapie kommen?

Gabriela Proksch Bernabé: In unser Reittherapie Institut kommen Menschen mit den verschiedensten Themen, die sie lösen wollen. Die Palette reicht von Kindern mit Konzentrations- oder Lernschwächen bis zu ernsthaften psychischen Symptomen. Es wenden sich aber auch Jugendliche und Erwachsene, die sich mit intensiv mit Pferdekommunikation oder Selbsterfahrung beschäftigen möchten an uns. Schüchterne Mädchen, die sich ausgeschlossen fühlen, ausgegrenzt werden und mit ihrem Selbstvertrauen hadern, liegen mir besonders am Herzen. Ich glaube aber, dass sich für fast jeden Menschen irgendwann im Leben die Frage nach Anerkennung und Zugehörigkeit stellt. Diese Themen finde ich universell: Wo gehöre ich dazu? Wie lebt man Beziehungen, ohne sich selbst dabei aufzugeben? Außerdem haben wir herausgefunden, dass die im Buch beschriebenen Natural-Horsemanship Übungen ganz besonders wirksam sind um die eigenen Grenzen zu bestimmen, ehrliche Kommunikation zu üben und zur inneren Stärke zu finden. Natürlich ist im Buch nur ein kleiner Ausschnitt aus unseren Methoden beschrieben.

 

SignHorses: Welche Beweggründe hatten Sie, „Nala – Der magische Steinkreis“ zu schreiben? Wollten Sie schon immer ein Buch schreiben?

Gabriela Proksch Bernabé: Wie schon angedeutet, wollte ich mein Wissen, das ich mir über viele Jahre angeeignet habe, sowohl das schamanisch/psychologische, als auch das über Tierkommunikation, auf einer breiteren Basis als der Einzel- oder Gruppentherapie weitergeben. Meine Idee war, Natural-Horsemanship mit psychologischem Hintergrund zusammenzubringen. Ich wollte anfangs ein Sachbuch für Jugendliche schreiben. Schließlich hat es mich doch gereizt, dieses Wissen in eine magische Abenteuergeschichte zu verpacken. Im Prozess des Schreibens hat mich die Handlung immer intensiver gepackt. Die Protagonisten haben ein Eigenleben entwickelt und mich wieder und wieder überrascht. Vom trockenen Vermitteln von psychologischem Hintergrundwissen bin ich zunehmend ins Fabulieren und Erzählen gerutscht und habe das Geschichten schmieden sehr genossen.

 

SignHorses: Was unterscheidet „Nala – Der magische Steinkreis“ von anderen Pferdegeschichten?

Gabriela Proksch Bernabé: Diese Fragen sollten wahrscheinlich die LeserInnen beantworten, was sie auch teilweise in den vielen wunderbaren Rezensionen getan haben. Ich denke, dass die Mischung von Magie und Sachebene das Buch besonders macht und natürlich die Verbindung von Ethnophilosophie und Entwicklungsroman.

 

SignHorses: Da stimme ich Ihnen zu, eben diese Mischung macht „NALA“ in meinen Augen zu einem ganz besonderen und außergewöhnlichen Buch. Sie sind Psychologin, Reittherapeutin und Künstlerin. Inwiefern haben Ihnen diese Berufe beim Schreiben des Buches geholfen?

Gabriela Proksch Bernabé: Die Geschichte stammt aus der Erfahrungswelt, die ich in meinen verschiedenen Berufen erleben durfte. Menschen, die mich gut kennen, bestätigen, dass das Buch sehr authentisch ist und meine Weltsicht widerspiegelt. Und die ergibt sich aus der Kombination aller Spielräume meines Lebens.

Interview Gabriela Proksch Bernabé Nala der magische Steinkreis

SignHorses: Ähnelt Lilou einem ihrer eigenen Pferde, welches sie selbst kennengelernt haben?

Gabriela Proksch Bernabé: Es gibt große Ähnlichkeiten mit meiner Pintostute. Ich habe mich vor vier Jahren in sie verliebt und kaufte sie, obwohl nicht vorhersehbar war, was aus ihr wird. Nachträglich habe ich erfahren, dass sie eine sehr schwierige Geschichte hinter sich hatte und so konnte ich mir endlich ihr ängstliches Verhalten erklären. Wir haben sehr, sehr lange Vertrauensarbeit miteinander gemacht, bevor sie sich entspannt hat. Sie ist mein Herzenspferd und eine großartige Therapeutin für die Menschen, die zu uns kommen. Wir haben uns gemeinsam entwickelt und auf einer tiefen Ebene zusammengefunden, so komme ich in den Genuss von Iyuptala.

 

SignHorses: Welche Rolle spielen Krafttiere in ihrem eigenen Leben? Mit welchem Krafttier können Sie sich selbst identifizieren?

Gabriela Proksch Bernabé: Ich hatte schon immer eine innige Beziehung zu Tieren, doch als ich vor vielen Jahren meine Lehrzeit bei BewahrerInnen alten Wissens begonnen habe, fand ich einige Medizintiere die mich besonders intensiv durchs Leben begleiten. Pferde sind ein Spiegel meiner Seele. Die Eule ist eines meiner Krafttiere. Ich liebe es zu Forschen und zu Lernen. Neugier ist wahrscheinlich eine meiner hervorstechendsten Eigenschaften. In meinem Roman über Nala schreibe ich hauptsächlich von Tierverbündeten, die ich gut kenne.

 

SignHorses: Welches ist ihr eigenes Lieblingspferdebuch?

Gabriela Proksch Bernabé: Ein einziges Buch gibt es nicht, aber ich mag die Bücher von Mark Rashid sehr. Auch die Arbeit von Alfonso Aguilar finde ich schön und die Techniken von Linda Tellington-Jones sind mir als Feldenkrais Lehrerin natürlich nah. Ich lese gern in diesen Sachbüchern, lasse mich inspirieren und verwende, was ich gerade brauche um ein Pferd, einen Menschen oder mich selbst zu unterstützen.

 

SignHorses: Oh ja, die Bücher von Mark Rashid und Linda Tellington-Jones mag ich auch sehr! Planen Sie einen zweiten Teil von „NALA“?

Gabriela Proksch Bernabé: Der zweite Teil ist in Arbeit und wird in meiner Heimat, den Tiroler Bergen, spielen. Ich freue mich schon auf den Herbst und den Winter. Das ist meine bevorzugte Zeit zum Schreiben. Im Sommer bin ich gerne draußen bei unseren Pferden.

 

SignHorses: Wie schön, darauf freue ich mich schon sehr! Gibt es denn etwas, was Sie allen ihren Reitschülern/Klienten mit auf den Weg geben? Wenn ja, was?

Gabriela Proksch Bernabé: Mir geht es sehr um Respekt und Würde. Der Respekt vor allen Lebewesen schließt die Erde als lebendigen Organismus ein. Wenn ich mich respektiere, bin ich achtsam mit allem was mir begegnet, mit meinen Träumen und auch mit dem alltäglichen Sein. Daraus ergibt sich ein bewusstes und liebevolles Leben. Es ist offensichtlich, dass wir den Tieren ihre Würde genommen haben und sie oft nicht als Wesen, sondern als Sache behandeln. Auch viele Menschen müssen in ihrem Leben einen Verlust an Würde verschmerzen. Mit meiner Arbeit möchte ich Aufmerksamkeit auf diese Themen lenken, Menschen ermutigen und stärken.

 

SignHorses: Vielen Dank für das tolle und berührende Interview!

 

Hast Du noch weitere Fragen an die Autorin? Dann stelle sie doch gerne hier in den Kommentaren oder auf der Facebookseite zum Buch.

Falls Du „NALA“ noch nicht kennst, kannst Du es hier direkt kaufen oder hier zuerst meine Rezension lesen.

Liebe Grüße und ganz viel Spaß beim Lesen

Sarah

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