Reitschule finden
Erwachsenenbücher,  Kinderbücher,  Kinderreitunterricht,  Pferde lesen,  Pferdewissen,  Reiten

10 goldene Regeln für guten Kinderreitunterricht – So findest Du die richtige Reitschule [+ Buchtipp]

Zuletzt aktualisiert:

Kinderreitunterricht liegt mir ganz besonders am Herzen, denn dabei wird der Grundstein für das spätere Reiterleben gelegt. Gute Reitschulen sind aber leider sehr rar. Schwierig wird es besonders dann, wenn sich Kinder nicht-reitender Eltern Reitunterricht wünschen. Wer selbst keinen Pferdebezug hat, wird guten Unterricht nur schwer erkennen können.

Jedes Pferd hat es verdient, einmal von einem kleinen Mädchen (Kind) geliebt zu werden.

— unbekannt

1 Sicherheit geht vor

Bedeutet: Helmpflicht. Zumindest für Kinder und Jugendliche, idealerweise für alle Reiter. Auch das Schulpferd benötigt eine passende Ausrüstung. Beides sollte ein guter Reitlehrer vor jeder Reitstunde überprüfen. Um die Sicherheit auch während der Reitstunde zu gewährleisten, muss die gesamte Konzentration des Reitlehrers auf seinen Schülern liegen. Rauchen, telefonieren und quatschen an der Bande sind ein absolutes No-go!
Trainerscheine und -ausbildungen können ein Indiz für guten Unterricht sein, prinzipiell kann aber jeder unabhängig seiner Qualifikation Reitstunden geben.

2 Spaß für alle

In einer guten Reitschule muss ein Schulpferd nicht alles können, sondern wird nur für die Dinge eingesetzt, die es gut kann und die ihm Spaß machen. Nur ein glückliches Pferd ist ein gesundes Pferd!

3 Respekt gegenüber dem Pferd

Ich habe als Kind gelernt, dass das Pferd Respekt vor mir haben muss. Das ist auch grundsätzlich absolut wichtig, wir sollten aber nie vergessen, auch unserem Pferd gegenüber Respekt zu zeigen. Gerade Schulpferde müssen verdammt viel aushalten. Jeder Reiter ist am Anfang nicht besonders angenehm für das Pferd, weil er in den Sattel plumpst oder ihm im Maul herumzieht.
Ein wenig Respekt vor ihnen und der Tatsache, dass auch Pferde manchmal müde sind oder einfach schlechte Tage haben ist also das mindeste, was wir ihnen schenken können

Lesetipp: So gewinnst Du den Respekt Deines Pferdes – ganz ohne Gewalt! (Herzenspferd)

4 Artgerechte Pferdehaltung

Pferd ruht sich aus
Besonders wichtig ist es, dass die Pferde neben dem Unterricht genügend Zeit haben, sich zu entspannen

… ist das absolute A & O! Ich sagte ja bereits: Nur ein glückliches Pferd ist ein gesundes Pferd. Glücklich sind Pferde dann, wenn sie ihren Urinstinkten nachgehen können. Pferde sind vor allem Herden- und Bewegungstiere. Beides kann in den Reitstunden nicht ausreichend erfüllt werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Pferde ihre “Freizeit” in Gruppen auf großen Weiden oder Paddocks verbringen. Reine Boxenhaltung ist absolut nicht artgerecht!

5 Kleine Pferde für kleine Reiter

Ich bin absolut kein Fan davon, kleine Kinder auf Großpferde zu setzen. Neben der Tatsache, dass die Proportionen bei Ponys sehr viel besser passen, finde ich den Aspekt, dass Kinder bei Ponys in ihrer Größe alles selbst machen können, sehr wichtig. Putzen, satteln, trensen … sind alles Dinge, die Kinder meines Erachtens von Anfang an mitlernen sollten.

6 Theorieunterricht gehört dazu

Reiten selbst lernt man nur durchs Reiten, aber das drumherum gehört auch dazu. Putzen, füttern und Stall ausmisten gehören ebenfalls zum Alltag eines Pferdes dazu und wenn möglich sollten die kleinen Reitanfänger da miteinbezogen werden.
Aber auch Hilfengebung oder Hufschlagfiguren können sehr gut in der Theorie gelernt und geübt werden, indem die Kinder z.B. gegenseitig Pferd spielen und einmal fühlen, wie sich bspw. Ziehen an den Zügeln anfühlt.

7 Einzelunterricht für Reitanfänger

Mein ganz persönlicher Horror sind mehrere Reitanfänger gleichzeitig (!) an der Longe. Das ist einfach unglaublich gefährlich (man denke nur daran, was passiert, wenn sich ein Pferd erschrickt…). Der Lerneffekt dürfte sowieso gegen Null gehen, weil es auch als Reitlehrer unmöglich ist, sich auf alle Kinder und Pferde gleichzeitig zu konzentrieren und dann noch lehrreichen Unterricht zu geben.
Ich dachte ja immer, das gäbe es mittlerweile gar nicht mehr, aber ich habe leider erst vor Kurzem wieder von einer Bekannten gehört, dass die Tochter so “reiten” lernt….

Also Kurzgesagt: Die ersten richtigen Reitstunden sollten in Einzelunterricht stattfinden, damit sich der Reitlehrer voll und ganz auf seinen Schüler konzentrieren kann und der Anfänger nicht noch durch zusätzliche Reiter verunsichert wird. (Die einzige Ausnahme dabei bilden ggf. spielerische Konzepte, wie Hippolini.

8 Freundlicher Umgangston

Die Zeiten, in denen Reitlehrer unfreundliche Kommandos durch die Reithalle brüllen sind vorbei. Gerade bei Kindern ist ein freundlicher und motivierender, aber auch bestimmter Umgangston wichtig.

9 Vielseitiger Unterricht

Spiel und Spaß auf dem Pferd im Kinderreittunterricht ist wichtig.
Mit gut ausgebildeten Schulpferden und solange man es nicht übertreibt sind solche Spielereien natürlich auch mal in Ordnung 🙂

Reiten darf und soll natürlich Spaß machen. Und dazu gehört auch, dass man nicht nur stumpf im Kreis herum reitet, sondern auch mal Bodenarbeit macht, Spazieren oder Ausreiten geht.

10 Qualität hat ihren Preis

Pferde sind teuer und deshalb gibt es kein gut & günstig im Pferdesport. Günstiger Reitunterricht geht immer(!) zulasten des Pferdes! Zu viele Pferde auf zu wenig Fläche, Gruppenstunden mit 7 Mitreitern, schlechtes Heu. Von dem Stundenpreis müssen Pferd, Reitlehrer, Hof, Versicherungen etc. pp. bezahlt werden und 10€ reichen da ganz sicher nicht aus. Umgekehrt sichert ein hoher Preis leider trotzdem keine gute Qualität.
Reitstundenpreise schwanken regional sehr stark, weshalb ich hier keinen Mindestpreis nennen kann. In der Nähe von Großstädten ist Reitunterricht meist deutlich teurer.

Zum Weiterlesen: “Die Kinderreitschule” – Marie Maßmann


ISBN 9783945417058 | 9,95€ (D) |  2015 | Evipo-Verlag |
gebraucht kaufen*

Zum Schluss möchte ich Dir noch ein tolles Buch empfehlen: “Die Kinderreitschule – Ein Ratgeber für Eltern pferdebegeisterter Kinder” von Marie Maßmann. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es eigentlich nicht nur für Eltern, sondern auch für Kinder geschrieben ist. In einer 28-seitigen Beilage wird das wichtigste Wissen rund ums Pferd kindgerecht erklärt. Während die Eltern erfahren, was eine gute Reitschule ausmacht, lernt das Kind schon einmal, wie man sich einem Pferd richtig nährt.
Das schönste an diesem Buch: lauter glückliche Kinder mit ihren Ponys! Solche Fotos möchte ich gerne immer sehen 🙂

Lesetipps: Weitere Kindersachbücher findest Du hier und Pferderomane hier.

Zum Schluss möchte ich von Dir wissen: Kennst Du gute (Kinder-) Reitschulen? Oder suchst Du vielleicht momentan eine?

Falls Du zufällig aus dem Raum Berlin kommst, kann ich Dir den Camargue-Pferde-Hof in Wesendahl/Altlandsberg guten Gewissens empfehlen. Dort habe ich vor 2 Jahren ein Praktikum gemacht und dabei wunderbaren Kinderreitunterricht erleben dürfen. Der Hof ist sehr artgerecht gestaltet und der gesamte Unterricht zu 100% pro Pferd. Außerdem lernen die Kids spielerisch und mit viel Bodenarbeit.

Ganz liebe Grüße
Sarah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.