Rolle Pferd
Gedanken,  Pferdewissen

Mein Hobby: Pferd oder Welche Rolle Pferde für mich spielen….

Das Pferd ist ein Huftier, Lauftier, Herdentier, Fluchttier, Steppentier und vieles mehr. All das haben wir alle (hoffentlich) schon in den ersten Stunden mit unseren vierbeinigen Freunden gelernt.

Aber im Normalfall sind das doch eher nicht die Begriffe, die wir nutzen, wenn jemand fragt: „Wer ist Dein Pferd für Dich?“. Stattdessen sind es unsere besten Freunde, Partner, Therapeuten, Lehrer, Familienmitglieder, Weggefährten, Seelenverwandte, Mitarbeiter, Kumpel oder „Sportgeräte“. Vielleicht auch alles gleichzeitig.

Heute möchte ich diese Frage einmal für mich beantworten….

Mein Hobby: Pferd

Für mich sind Pferde vor allem eins: mein allerliebstes Hobby.  Allerdings hat genau diese Antwort in der Vergangenheit schon mehrfach zu Diskussionen geführt. In der Grundschule schrieb ich „Pferde“ als Antwort auf die Frage nach meinen Hobbies. Damals bekam ich gesagt, „Pferde“ sei kein Hobby. Hobbies müssen Verben, und keine Substantive sein. Mein Hobby wäre doch bestimmt „Reiten“.

Damals nahm ich diese Aussage einfach hin. Reiten fand ich schließlich auch toll. In Zukunft erinnerte ich mich aber immer wieder bei der Frage nach meinen Hobbies an dieses Gespräch. Aber erst vor rund 2 Jahren habe ich beschlossen, dass wieder „Pferd“ mein Hobby sein soll, und nicht das Reiten.

Denn ich liebe die Pferde und nicht speziell das Reiten. Ja, natürlich macht mir Reiten auch unglaublich viel Spaß, aber ich würde jederzeit darauf verzichten. Wenn mich jemand vor die Wahl stellen würde, lieber auf Reiten oder Bodenarbeit („Pferdezeit“ am Boden allgemein) zu verzichten, dann würde ich immer das Reiten wählen.

Mein Pferd als…

Lehrer

Meiner Meinung nach ist „Lehrer“ der wichtigste Job der Pferde. Denn Lehrer sind sie immer. Zu jeder Zeit, die wir gemeinsam mit ihnen verbringen. Auch wenn wir manchmal gerne glauben, es wäre umgekehrt.

Für mich machen gute Lehrer vor allem eins aus: Sie geben so oft wie möglich ehrliches(!!) Feedback. Und genau das machen Pferde in jeder einzelnen Sekunde. Wir übersehen es nur leider viel zu oft. Ein freudiges Grunzen hier, ein beschwichtigendes Kauen da und ein genervter Blick dort.

Das allergrößte Feedback geben Pferde uns aber dadurch, dass sie uns spiegeln. Sie spiegeln nicht nur unsere Bewegungen, sondern auch unsere Emotionen. Herdis Hiller von der Krauterie hat vor einiger Zeit einen sehr lesenswerten Beitrag, wie Tiere ihre Menschen spiegeln, verfasst.

Pferde zeigen uns unsere Schwächen, genau wie unsere Stärken. Kein Wunder also, dass sie in den letzten Jahren immer mehr auch bei Persönlichkeitscoachings mit Nichtreitern zum Einsatz kommen.

Therapeut

Eben schrieb ich bereits von Pferden als Persönlichkeitstrainer. Aber die Aufgaben von Therapiepferden sind vielfältig. Sie werden sowohl bei physischen als auch bei psychischen Problemen eingesetzt.

Allerdings ist das nicht der Punkt, auf den ich hier genauer eingehen möchte. Es geht mehr darum, inwiefern Pferde für mich selbst als Therapeuten fungieren.

Ich finde, Pferde haben eine unglaublich entschleunigende Wirkung. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es für mich ein Segen, einige Stunden bei den Ponys verbringen zu dürfen und wieder „Kraft zu schöpfen“.

Außerdem machen Pferde mich einfach glücklich. Es ist völlig egal, mit welcher Stimmung ich in den Stall komme, nach wenigen Minuten sind die schlechten Gefühle verflogen! Selbiges habe ich auch schon oft unterwegs erlebt. Viele Menschen beginnen (sicherlich unbewusst) zu lächeln, wenn sie ein Pferd sehen. Achte einfach mal beim nächsten Ausritt oder Spaziergang darauf, wie andere Menschen auf Dich und Dein Pferd reagieren.

Ich denke, dass dieser glücklich machende Aspekt der Grund dafür ist, dass wir Pferde so oft als unsere

Freunde/Partner/Weggefährten/Familienmitglieder/Seelenverwandte

bezeichnen. Die allermeisten Menschen streben (auch unbewusst) nach Harmonie und genau danach suchen wir uns in der Regel auch unser persönliches Lebensumfeld aus. Wir umgeben uns gerne mit Menschen, die uns glücklich machen und genauso ist es mit Tieren.

Wir verbringen Zeit mit unseren Pferden, weil wir sie lieben und sie uns (hoffentlich) glücklich machen. Daher verstehe ich auch die häufigen Diskussionen rund um das Thema „Sind Pferde wirklich unsere Freunde/Partner/Familienmitglieder/whatever?“ auch nicht. Oft geht es dabei darum, dass man Tiere doch nicht auf eine Ebene mit Menschen stellen könne, es eine Hierarchie zwischen Pferd und Mensch geben müsse, etc. Aber was hat all das damit zu tun, dass wir unsere Pferde als unsere Freunde bezeichnen? Meines Erachtens sollte jeder das passende Wort für die Beziehung zwischen sich und seinem Pferd selber finden und wählen können. Die einen sind eben Partner und die anderen Freunde – völlig unabhängig von Hierarchien oder Dominanzgedanken.

Und wer bist Du in den Augen Deines Pferdes?

In diesem Kontext finde ich es auch sehr spannend, die Frage einmal umzudrehen. Wer bin ich für mein Pferd? Eine Frage, die ich mir häufiger stelle.

Da wir die Pferde leider nicht fragen können, formuliere ich die Frage gerne in „Wer wäre ich gerne in den Augen der Pferde?“ um.

Im Prinzip wäre ich gerne genau das für mein Pferd, was es auch für mich ist. Freund, Partner, Therapeut und Lehrer. Petra von der Pferdeflüsterei hat übrigens einen tollen Artikel darüber geschrieben, wie Du ein guter Lehrer für Dein Pferd wirst.

Daher ist es mir sehr wichtig, auch den Pferden in Form von Lob viel Feedback zurückzugeben. Denn das haben sich unsere Pferde für all das, was sie täglich für uns leisten, absolut verdient!

Nun würde mich interessieren, welche Rolle Pferde in Deinem Leben spielen und wer Du gerne für Dein Pferd wärst. Erzähle mir gerne in den Kommentaren davon!

Liebe Grüße

Sarah

PS: Wusstest Du, dass am heutigen 20. August jedes Jahr der Weltpferdetag gefeiert wird? Ein Grund mehr, sich über die Rolle unserer Pferde Gedanken zu machen!

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