Pflanzen bestimmen lernen
*dieser Beitrag enthält werbende Inhalte*
Pflanzenbestimmung

4 Wege, wie Du Pflanzen bestimmen lernst [Pflanzenbestimmung für Einsteiger #1]

Pflanzenbestimmung ist ein Thema, welches in unserer modernen Gesellschaft leider zunehmend an Bedeutung verliert. Viele Menschen erfreuen sich zwar an den bunten Blüten in Gärten oder Parks, wissen aber leider nicht, dass viele Pflanzen nicht so harmlos sind, wie sie aussehen. Immer wieder passieren schwere Unfälle mit bestimmten Pflanzen (z.B. Vergiftungen oder starke Verbrennungen), die häufig mit entsprechendem Wissen vermeidbar gewesen wären. Gelangen solche Unfälle an die Öffentlichkeit, reagieren wir Menschen nicht selten mit Panik.

Ein gutes Beispiel dafür aus der Pferdebranche ist das Jakobsgreiskraut (Jacobaea vulgaris, in der Regel eher als Jakobskreuzkraut bekannt). Den allermeisten Pferdemenschen ist diese Pflanze ein Begriff, ist sie doch hochgiftig für Pferde, aber nur einige können sie auch wirklich korrekt bestimmen. Guckt man sich in Pferdegruppen/-foren um, findet man Bilder von allem möglichen gelb-blühenden – das allermeiste davon aber völlig harmlos und keinesfalls Jakobsgreiskraut.

Grundsätzlich bin ich natürlich auch der Meinung, dass Vorsicht besser als Nachsicht ist, in Bezug auf unsere Natur tun wir ihr aber leider nichts Gutes, wenn wir Pflanzen grundlos herausreißen.

Deshalb bin ich der Überzeugung, dass jeder Mensch, unabhängig davon, ob Tierhalter, Grundstücksbesitzer oder Elternteil, zumindest über Basiswissen über die Pflanzen in seiner Umgebung verfügen sollte.

Damit auch Du in Zukunft besser über die Pflanzen auf Deiner Weide Bescheid weißt, möchte ich Dir heute 4 Möglichkeiten aufzeigen, mit denen Du lernst, Pflanzen sicher zu bestimmen.

Möglichkeit 1: Kräuterwanderungen

Kräuterwanderungen sind nicht ohne Grund der absolute Klassiker, denn hier kannst Du Dir die Pflanzen in deiner Umgebung direkt von einem Experten zeigen und erklären lassen. Meist erfährst Du bei solchen Wanderungen viel über die Verwendung und Heilwirkung der Pflanzen. Ein guter Kräuterexperte wird Dich außerdem auf mögliche Doppelgänger oder unter Naturschutz stehende Pflanzen hinweisen.

Häufig werden solche Kräuterwanderungen von Volkshochschulen oder Naturschutzorganisationen angeboten. Manchmal aber auch von selbstständigen Biologen oder von Universitäten. In letzter Zeit bieten auch vermehrt Tierheilpraktiker u.Ä. Wanderungen spezialisiert auf z.B. Pferde oder Giftpflanzen an.

Falls Du keine solcher Angebote in Deiner Umgebung kennst, habe ich eine tolle Übersichtskarte gefunden. Dort findest Du viele verschiedene Anbieter aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, sicherlich auch in Deiner Nähe.

Ein ganz besonderes Erlebnis sind Kräuterwanderungen mit anschließendem Kochkurs. Du wirst fasziniert sein, wie viele der Pflanzen, die Dir täglich begegnen, essbar sind.

Möglichkeit 2: Bestimmungsbücher

Neben Kräuterwanderungen sind besonders Bestimmungsbücher sehr beliebt. In der Regel folgen diese Bücher einem Bestimmungsschlüssel, d.h. einer Aufzählung von Merkmalen, bei denen es immer mindestens 2 Auswahlmöglichkeiten gibt. Nach einigen Unterscheidungen landet man dann (hoffentlich) bei der gesuchten Pflanze.

Für Einsteiger kann es mit Bestimmungsbüchern recht schwierig sein, richtige Ergebnisse zu erzielen, da je nach Buch schon viel Vorwissen (z.B. zu Blattformen oder Pflanzenfamilien) verlangt wird.  Wer sich jedoch wirklich für Pflanzenbestimmung interessiert, wird um ein gutes Bestimmungswerk nicht herum kommen. Mein Favorit für Laien bzw. Einsteiger ist „Was blüht denn da?“ aus dem Kosmos Verlag. Der Bestimmungsschlüssel dieses Buches ist sehr einfach aufgebaut: Zuerst wird in die Blütenfarben Rot, Weiß, Blau, Gelb und Grün unterschieden, danach ob es sich um Blüten mit höchstens vier, fünf oder mehr als fünf Blütenblättern, Blüten in Körbchen oder zweiseitig-symmetrische Blüten handelt. Der einzige Nachteil dieses Buches ist, dass es quasi unmöglich ist, Pflanzen zu bestimmen, die noch nicht blühen.

Solltest Du schon einige Erfahrung in der Pflanzenbestimmung mitbringen, dann sind vielleicht universitäre Werke wie der Schmeil-Fitschen etwas für Dich.

Möglichkeit 3: Apps

Die zweifelsfrei modernste Variante sind Apps, die Dir Deine gesuchte Pflanze anhand eines Fotos bestimmen. Diese Idee ist zwar toll, aber man sollte leider nicht zu viel davon erwarten.

Ich habe es mehrfach mit verschiedenen Pflanzen und Apps versucht und nur mittelmäßige Ergebnisse erzielen können. Viele Pflanzen wurden sofort und zweifelsfrei richtig bestimmt, bei anderen hingegen erhält man nur eine Auswahl möglicher Pflanzen. Mein Kerbel hätte z.B. sowohl eine Wilde Möhre, als auch Schierling oder Bärenklau sein können. Ein durchaus bedenkliches Ergebnis, wenn man herausfinden möchte, ob die Pflanzen auf der Weide giftig für Pferde sind.
Daher rate ich definitiv dazu, die Ergebnisse der App noch einmal mit einem Buch oder dem Internet zu überprüfen.
Für eine grobe Bestimmung unterwegs sind die Apps aber definitiv sinnvoll (vor allem, wenn man  nicht immer ein schweres Bestimmungsbuch mitnehmen möchte. Ein Smartphone dagegen hat ja heute fast jeder immer bei sich.).

Mich konnten die beiden Apps Pl@ntnet und Flora Incognita (hier gibt es sogar zwei verschiedene Apps: einmal ein digitaler Bestimmungsschlüssel und außerdem die automatische Bestimmung vom Foto) am meisten überzeugen 🙂

Möglichkeit 4: Pflanzenforen und Bestimmungsgruppen

Mit diesem Weg überlässt man die reine Bestimmung den „Experten“ und merkt sich dann im Optimalfall das Ergebnis 🙂 . Das ist besonders praktisch, wenn man schnell ein Ergebnis benötigt und mit dem herkömmlichen Weg (Bestimmungsbuch) nicht weiterkommt.

Ich persönlich nutze keine Foren, sondern ausschließlich Facebook-Gruppen für solche Fälle.

Gruppen, die ich Dir empfehlen kann:

Kräuter und Giftpflanzen für Pferde (wie der Name schon sagt, eine Bestimmungsgruppe mit dem Fokus auf Pferde)

Pflanzenbestimmung/Botanik-Gemeinschaft (eine Gruppe mit vielen Botanikern)

ID-Group (Bestimmung von Pflanzen, Tieren und Gegenständen)

Pflanzenbestimmung – fressbare Pflanzen für Kleintiere ‚Das Original‘ (absolut unverzichtbare Gruppe für jeden Halter von Kleintieren [Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Hamster, Vögel…])

Bitte lies vor dem Posten die Regeln der entsprechenden Gruppe. Oft wird eine Angabe des Fundortes verlangt und abgerissene Pflanzen werden meist gar nicht bestimmt.

Als letztes für heute möchte ich Dir noch ein Verzeichnis zeigen, wo Du Bilder verschiedenster Pflanzen aus den unterschiedlichsten Perspektiven findest, und so Deine Ergebnisse vergleichen kannst:

Botanik im Bild – Die Bild-Datenbank der Wildpflanzen Österreichs (da Pflanzen keine Grenzen kennen, gilt diese Datenbank im Großen und Ganzen natürlich ebenso für Deutschland und Mitteleuropa)

Das war nun auch schon der erste Teil der kleinen Reihe „Pflanzenbestimmung für Einsteiger“. In der nächsten Woche werde ich Dir meine Geheimtipps, um Pflanzen noch schneller und einfacher zu bestimmen, verraten.

Berichte Du mir doch bis dahin von Deinen bisherigen Erfahrungen mit Pflanzen. Hast Du Dich schon einmal an der Pflanzenbestimmung versucht? Oder sogar schon eine Kräuterwanderung mitgemacht? Wie hat es Dir gefallen?

Liebe Grüße

Sarah

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